Segeln in der Ägäis an der türkischen Küste (Sept. 2008)
Törnbericht Türkei
Von Marmaris nach Symi
Die Ägäis, das östliche Mittelmeer, gilt als eines der schönsten Segelreviere der Welt. Auch nach mehreren Törns an der türkischen Küste können wir uns immer noch an den imposanten Bergketten, dem kristallklarem Wasser und der Herzlichkeit der Menschen dort begeistern. Ein ideales Segelgebiet auch für Anfänger. Es gibt wenig Untiefen, die Sommermonate sind heiss und trocken. Die Winde sind in der Regel moderat. Es gibt gut ausgestattete Marinas aber auch einsame Buchten mit romantischen Lokalen und Restaurants.
Unser einwöchiger Segeltörn startet in Marmaris, westlich von Antalya, nahe der ostgriechischen Inseln Rhodos und Symi. Die Anreise erfolgte via Flug von Frankfurt/Main nach Dalaman. Von Dalaman ging es via Kleinbus innerhalb von 1,5 Std. nach Marmaris.
Marmaris ist eine Touristenhochburg mit grossem Basar. Motorboote, Surfer und Segler tummeln sich im blauen Wasser der von Bergen umgebenen seenartigen Bucht. Marmaris hat sich in den letzten Jahren zum Zentrum des Segelsports entwickelt.
Unser Törn startet in der Marina Netsel: Unser Boot, eine 39 Fuss Yacht, war im hervorragendem Zustand und wir hatten keinerlei Probleme. Der Vercharterer "Treibgut" war kompetent und sehr freundlich.
Fotos vom Törn findest Du hier.
Der erste Tag führt uns von Marmaris nach Kumlu Bükü (ca. 6,5 sm). Der dort ansässige Yachtclub hat einen soliden 50 m langen Betonanleger am Südufer der Bucht. Man lotet 5 m und es liegen Muringleinen aus. Für gewöhnlich hilft jemand beim Anlegen. In Kumlu Bükü findet man WC's, Duschen und ein hervorragendes Restaurant.
Tag 1 von Marmaris nach Kumlu Bükü (c) GoogleEarth
Tag 2 führt uns via Arab Adasi nach Serce Limani (ca. 25 sm):
Arab Adasi ist eine halbrunde Bucht mit vorgelagerter Insel. Ein netter Platz fürs Mittagessen oder zum Schwimmen. Danach geht es weiter nach
Serce Limani: Hinter einem imposanten Felsentor öffnet sich eine Bucht mit wahrhaft atemberaubender Szenerie. Wir machen an einer Boje im südlichen Teil der Bucht fest und übernachten dort. Das dortige Restaurant können wir nicht wirklich empfehlen.
Achtung: Obowhl wir noch nicht die Erfahrung gemacht haben, soll es in der Bucht während der Meltemizeit sehr starke Fallböen geben!
Es gibt keine Serviceleistungen.
Tag 2: Serce Limani (c) GoogleEarth
Am dritten Tag geht es nach Yesilova (23 sm). Wir umfahren die Halbinsel Loryma und fahren dann in den Yesilova Körfezi. Bevor wir in den Hafen von Yesilova einfahren, machen wir noch einen kurzen Abstecher zur Insel Kiseli Adasi. Schönes, klares Wasser lädt zum Baden ein.
Yesilova ist ein typisches kleines türkisches Dor mit Handwerkern, Teehäusern und Backgammon spielenden Männern. Es gibt eine stattliche Moschee.
Der sichere Hafen bietet Strom, Wasser (unter Umständen rationiert!), WC und Duschen. Es fallen Liegegebühren an.
Es gibt nette Restaurants und Lokale.
Tag 3: Yesilova (c) GoogleEarth
Am nächsten Tag geht es Richtung Bencik. Zuvor laufen wir noch die Bucht Agil Koyu an. Es gibt dort ein kleines Restaurant und mehrere Strände, die zum baden einladen.
Zwischen dicht bewaldeten, rötlichen Felsen schneidet die fjordartige Bucht Bencik 1,5 sm tief in das Land ein. Neben der Einfahrt liegt die Insel Dislice Adasi wie in Stein gehauene Orgelpfeifen.
Wir ankern tief innerhalb der Bucht mit einer Heckleine zum Land. Es gibt keine Versorgungsleistungen. Uns wurde allerdings frischer Fisch direkt vom Fischer angeboten, den (Stefan sei Dank :-) wir dann an Bord zubereitet haben.
Tag 4: Bencik (c) GoogleEarth
Tag 5 führt uns zur griechischen Insel Symi (ca. 28 sm).
Symi ist recht kahl, trotzdem gehört sie aufgrund der vielseitigen Berge und Buchten zu den Perlen unter den ostgriechischen Inseln. 365 Kirchen gibt es auf Symi!
Wir machen einen kurzen Stop in Symi Hafen. Es gibt Wasser (sehr knapp und teuer), Strom, WC und Duschen. Lebensmittelgeschäfte , Supermärkte, Tavernen und Cafes rund um den Hafen. Wir bleiben zum Mittagessen. Danach geht es weiter nach Panormitis, im Südwesten von Symi. Ein sehr schöner fast gänzlich geschlossener Naturhafen. Am Südufer liegt das Kloster Panormitis. Es gibt zwei Tavernen und einen kleinen Laden. Das Angebot ist nicht sehr reichhaltig. Wir machen an der Pier fest, mit dem Ergebnis, daß wir früh am morgen geweckt werden um den grossen Fähren Platz zu machen. Wer ausschlafen möchte, sollte lieber in der grosszügigen Bucht frei ankern.
Tag 5: Symi (c) GoogleEarth
Am nächsten Tag geht es zurück an die türkische Küste, in die Bucht Bozukkale (ca. 12,5 sm).
Auf dem hohen Einfahrtskap erkennt man das Mauerwerk der antiken Zitadelle Loryma. Felsige Hügel und steppenartige Landschaft umgeben diese grosse Bucht, in der es sehr viel Platz zum Ankern und Surfen gibt. Einige Restaurants haben Stege und Murings ausliegen. Wir legen uns an den Steg des Restaurants "Ali Baba". Das Wasser ist herrlich klar und wir entscheiden spontan zu bleiben um die Zitadelle zu besuchen und zu schimmen und zu schnorcheln. Abends essen wir bei Ali Baba. Sehr zu empfehlen. Leckeres Essen, grandiose Aussicht auf die Bucht, guter Service und ein fairer Preis. Was will man mehr!
Tag 6: Bozukkale (c) GoogleEarth
Am letzten Tag unseres Törns geht es zurück nach Marmaris (ca. 32 sm).
Ein sehr schöner Törn geht zu Ende.
Fotos vom Törn findest Du hier.
Tag 7: Zurück nach Marmaris (c) GoogleEarth
Zusammenfassung:
Was uns gut gefallen hat:
- Sehr schönes Segelrevier
- Kristallklares Wasser (Wassertemperatur im September ca. 22 Grad)
- Gutes Essen, guter Service in den von uns besuchten Restaurants (abgesehen vom Restaurant in der Bucht Serce Limani)
- Kompetenter und guter Vercharterer "Treibgut"
Was uns nicht gefallen hat:
- Restaurant in der Bucht Serce Limani
Literaturempfehlungen:
- Türkische Küste & Ostgriechische Inseln, Andrea Horn / Wyn Hoop, Edition Maritim
- Türkische Küste, Gerd Radspieler, Delius Klasing Verlag