Segeln in den Kornaten - Kroatien (Sept. 2008)
Törnbericht Kroatien
"Am letzten Tag der Schöpfung entschied Gott, sein Werk zu krönen. Und so schuf er die Kornaten-Inseln aus einem Hauch von Tränen und Sternen."
(Georg Bernhard Shaw)
Soviel schon mal vorweg: Die Kornaten gehören aus unserer Sicht zu den schönsten Segelrevieren Europa's - wenn nicht sogar weltweit. Der Archipel, bestehend aus 147 Inseln, liegt vor der Dalmatischen Küste und ist eines der beliebtesten Bootsreviere. Obwohl die Gewässer so beliebt sind finden sich innerhalb der Inselwelt immer wieder ruhige und versteckte Buchten.
Die Kornaten sind sehr kahl, karg und nur sehr dünn besiedelt. Die meisten Inseln sind unbewohnt. Aber trotzdem oder gerade deswegen ist die Landschaft so reizvoll.
Die Segelsaison erstreckt sich von April bis Oktober. Während im Hochsommer meist schwache Winde oder sogar tagelange Flaute dominieren, muss in der Vor- und Nachsaison mit Starkwinden gerechnet werden. Wir empfehlen (wie vor jedem Törn) sich mit den lokalen Gegebenheiten und Windverhältnissen vertraut zu machen.
Nicht unerwähnt soll allerdings die Bora bleiben: Der gefährlichste Wind an der kroatischen Küsten. Wenn sie auftritt - was sehr schnell gehen kann - dauert sie ca. 2.3 Tage und kann Windstärken bis zu 9 Bft erreichen.
Unser Törn startet in der Nähe von Zadar, genauer gesagt in Sukosan in der Marina Dalmatia. In der Marina übernehmen wir unsere 44 Fuß Yacht. Wir reisen zu sechst - so viel wird verraten.
Fotos vom Törn findest Du hier:
Der erste Tag führt uns zur Marina Uglian auf der Insel Otok Ugljan (ca. 10 sm). Eine recht schöne Marina mit allen Versorgungsleistungen: Strom, Wasser, WC, Duschen und Restaurants.
Tag 1 zur Marina Uglian (c) GoogleEarth
Essen in den Kornaten - frischer geht es nicht
Am zweiten Tag geht es von der Marina Uglian am südlichen Zipfel der Insel Pasmann vorbei in die Kornaten (ca. 39 sm).
Erstes Tagesziel in den Kornaten ist am nördlichen Ende der Insel Katina, an der "Mala Proversa" - die "Kleine Durchfahrt". Und ja, sie ist klein aber immerhin ca. 4m tief. Also kein Problem für die meisten Yachten und Fischtrawler, die hier abend zu hauf Richtung Meer fahren und morgen wieder zurückkommen. Das Restaurant Aquarius können wir uneingeschränkt empfehlen. Essen, Preise und Service sind sehr gut und es gibt ein sauberes WC. Allerdings kein Strom oder Wasser.
Man liegt an einer der vielen Bojen vor dem Restaurant.
Tag 2 nach Katina (c) GoogleEarth
Am dritten Tag geht es dann erst Nordwestlich hoch an der Insel Dugi Otok entlang zur Bucht Magrovica (ca. 19 sm).
Mittagspause gab es vor dem Ort Suhi Rat am nördlichen Zipfel der Insel Kornat. Das Essen in der Konoba Suha Punta ist ausgezeichnet und die Betreiber sind sehr freundlich und hilfsbereit.
Nachmittags geht es Richtung der ACI Marina auf der Insel Zut. Wir machen allerdings nicht direkt in der Marina fest sondern etwas südlich davon vor dem Restaurant Festa an der hauseigenen Pier. Wenn dort zu abend isst, was wir empfehlen können, zahlt man lediglich ein paar Euro für den Stromanschluss. WC und Dusche sind kostenlos, Wasser muss seperat bezahlt werden.
Tag 3 zur ACI Marina auf Zut (c) GoogleEarth
Am vierten Tag geht es von Zut zurück Richtung Festland (ca. 40 sm). Wir wollen uns die Wasserfälle bei Skradin ansehen. Dazu geht es in einen Fjord zuerst nach Sibenik und dann weiter nach Skradin. Eine recht schöne Strecke und eine willkommene Abwechselung mal auf einem Fluss zu schippern.
Sibenik machte auf uns keinen sonderlich attraktiven Eindruck und so haben wir die Stadt kurzerhand links liegen gelassen.
Skardin ist jedoch sehr schön. Man liegt in einer Marina oder vor Anker unmittelbar vor dem Hafen. Die Marina bietet alle Versorgunsleistungen: Strom, Wasser, WC, Dusche, ...
Skradin hat eine sehr schöne Altstadt mit kleinen Geschäften und Lokalen.
Die Wasserfälle sind sehenswert und sollte man unbedingt besuchen. Man nimmt entweder eine Schiffspassage oder (was wir schöner finden) man geht zu Fuss von Skradin zu den Wasserfällen. Man benötigt ca. 1 Stunde für die 6 km.
Tag 4 Richtung Skradin (c) GoogleEarth
Der fünfte Tag führt uns zurück in die Kornaten zur Insel Smokvica - der südlichste Zipfel der Kornaten (ca. 32 sm).
Im südlichen Teil der Insel liegt die Bucht Lojena mit dem Restaurant Picollo. Essen, Preis und Service sind sehr gut. Man liegt entweder direkt an der Mole (Achtung Steine vor der Mole - unbedingt Abstand halten) oder an Bojen innerhalb der Bucht. Man kann das WC im Restaurant benutzen, darüber hinaus gibt es keine Versorgungsleistungen.
Von dem Restaurant führt ein Pfad hoch auf den 94m hohen Gipfel der Insel. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf die Kornaten.
Tag 5 nach Smokvica (c) GoogleEarth
Der nächste Tag führt uns nach Vrulje auf der Insel Kornat (ca. 23 sm).
Auf dem Weg dorthin machen wir Rast an der Insel Lavsa. Eine nette Bucht mit Bojen zum festmachen. Wir nutzen die Gelegenheit, den Gipfel der Insel zu besteigen. Herrliche Aussicht auf Kornat.
Danach geht es weiter Richtung Vrulje. Vrulje ist das einzige Dorf in den Kornaten mit einem dutzend Häuser. Es gibt die Möglichkeit an der Pier anzulegen oder an Bojen innerhalb der Bucht festzumachen. Das Essen im Restaurant Ante ist hervorragend. Es gibt keine Versorgungsleistungen - ausser dem WC im Restaurant.
Tag 6 - Vrulje (c) GoogleEarth
Am letzten Tag unseres Törns geht es von Vrulje zurück nach Sukosan (ca. 38 sm). Wir durchqueren dabei wieder die Durchfahrt zwischen Katina und Dugi Otok und fahren dann wieder südlich um die Insel Pasman herum.
Weitere Fotos vom Törn findet ihr hier.
Tag 7 - zurück nach Sukosan (c) GoogleEarth
Zusammenfassung
Was uns gut gefallen hat:
- Sehr schönes Segelrevier
- Kristallklares Wasser (Wassertemperatur im September ca. 23 Grad)
- Gutes Essen, guter Service in den von uns besuchten Konobas
Was uns nicht gefallen hat:
- Vercharterer Meridijan (schlechter Service, Boot in relativ schlechtem Zustand, unfreundliches Personal)
Literaturempfehlungen:
- Kroatische Küste, Bodo Müller, Edition Maritim
- Küstenhandbuch Kroatien, Edition Maritim